Bereits vor einer Woche begann auf Veranlassung des militärhistorischen Museums die Bergung eines Kampffliegers aus dem Zweiten Weltkrieg vor Rügen. Seitdem versuchen Taucher, das im Schlamm versunkene Wrack der Junkers JU 87 freizuspülen. Bei dem Flieger handelt es sich um seinen sogenannten Sturzkampfbomber, der im Volksmund kurz „Stuka“ genannt wird. Das Wrack befindet sich in einer Tiefe von 18 Metern, bei der Freilegung konnte vor einigen Tagen auch die Kanzel geortet werden. Auch der Motor, der rund eine Tonne wiegt, wurde bereits geborgen.

Sturzkampfflugzeug „Stuka“ Bergung vor Rügen

Das Schicksal der damaligen Piloten ist noch völlig unklar, zumal bei der Bergung bisher weder Waffen noch Munition gefunden wurden. Pioniertaucher haben aber jetzt zumindest einen persönlichen Gegenstand gefunden: Ein 15 Zentimeter langes Klappmesser aus Chrom und Holz konnte geborgen werden. Solche Messer trugen die Soldaten im Zweiten Weltkrieg oftmals in ihrer Brusttasche.

Eine Junkers Ju 87 während des zweiten Weltkrieges in der Sowejtunion. Typisch für dieses Modell war der demoralisierende Heulton ihrer Sirene beim Sturzangriff. Foto: Weber, Willi / wikipedia.de

Die JU 87 soll nach der vollständigen Bergung restauriert und anschließend im militärhistorischen Museum Berlin-Gatow ausgestellt werden. Bis jetzt wurden aber erst rund 60 Prozent des Wracks freigelegt. Bis zum Wochenende sollen die Arbeiten aber abgeschlossen sein. Von Sassnitz aus versucht die Bundeswehr mit dem Seeschlepper „Spiekeroog“, weitere große Teile des Wracks zu bergen: Schließlich kann dieses Flugzeug bisher nur in drei Museen weltweit besichtigt werden. Mehr als 5000 Stück wurden in den Jahren von 1937 bis 1944 produziert.