Am vergangenen Freitag wurde das neue Naturerbe-Zentrum Prora auf der Insel Rügen feierlich und von Bundeskanzlerin Angela Merkel höchstpersönlich eingeweiht. 190 geladene Gäste nahmen an der Zeremonie teil. Wie der Generalsekretär der Deutschen Bundesstiftung Umwelt, Fritz Brickwedde, betonte, soll das neue Erlebniszentrum nicht zuletzt auch Kinder und Jugendliche aus ihrer virtuellen Scheinwelt holen, damit sie an die Schönheit unserer Natur herangeführt werden.

Natur erleben im Naturerbe-Zentrum Prora

Die mitgebrachte Spielekonsole darf bei einem Besuch im Naturerbe-Zentrum Prora also im Ferienhaus einfach mal links liegen gelassen werden, denn das „echte“ Leben hat schließlich viel aufregendere Dinge zu bieten, wie die neue Anlage zwischen Kleinem Jasmunder Bodden und Prorer Wiek eindrucksvoll unter Beweis stellt.

Das Naturerbe-Zentrum umfasst nämlich unter anderem eine interaktive Ausstellung, die einen interessanten Überblick über die ökologisch wertvollen Naturerbe-Flächen des gesamten Bundesgebietes bietet und somit einzigartig ist. Außerdem wurde ein spannender und 1250 Meter langer Baumwipfelpfad errichtet, der bis zu 17 Meter hoch ist. Zu ihm gehört eine moderne Aussichtsplattform, die optisch an einen echten Adlerhorst erinnert und etwa 80 Meter über dem Meeresspiegel thront. Wer diese Plattform besuchen möchte, muss zunächst einen 600 Meter langen Holzsteg überwinden, der sich rund um eine uralte Buche nach oben windet.

Naturerbe-Zentrum in Prora auf Ruegen

Oben angekommen werden die Gäste dann mit einem atemberaubenden Ausblick über die umliegende Landschaft belohnt. Übrigens: Der Baumwipfelpfad wurde barrierefrei errichtet und kann somit auch von Menschen mit einem Handicap und von Eltern mit Kinderwagen besucht werden.

Wenn das Zentrum am 15. Juli erstmals für alle interessierten Gäste öffnet, wird der Andrang bei hoffentlich sommerlichem Wetter sicherlich groß sein. Die Betreiber rechnen mit jährlich rund 300.000 Besuchern und sind überzeugt davon, dass die Insel Rügen um eine weitere naturnahe Attraktion reicher geworden ist. Außerdem soll das Zentrum zu einem reizvollen Ausgangspunkt für Wanderungen werden. Insgesamt verschlang die aufwendige Maßnahme rund 13,5 Millionen Euro, im Gegenzug konnten allerdings auch 50 neue Arbeitsplätze geschaffen werden.

Bildnachweis: NDR.de